Das Emmental: mehr als nur Käse

 

Das Emmental im Berner Mittelland ist sehr ländlich geprägt. Landschaftlich dominieren Wiesen und Weiden, auf den zahlreichen Hügeln erstreckt sich vorwiegend Nadelwald. Die Region bietet eine ausgezeichnete Lebensqualität und ist bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt. Dies liegt nicht nur an dem gleichnamigen Käse.

cheese-2785_640Zwischen Traditionen und modernen Erfindungen
Wer an das Emmental denkt, dem fällt meist spontan der gleichnamige Käse ein. Noch heute wird er in der Region in mehr als 200 Dorfkäsereien hergestellt: ganz traditionell, aus frischer unbehandelter Milch von glücklichen Kühen, die statt Silofutter saftiges Gras und Heu bekommen. Doch das Tal, das vom Fluss Emme durchzogen wird, hat noch mehr zu bieten. Genau hier wurden beispielsweise die modernen E-Bikes erfunden. Kein Wunder, denn um mit dem Rad vorwärtszukommen, müsste aufgrund der zahllosen Steigungen extrem kräftig in die Pedale getreten werden. Die gesamte Region wird geprägt von prächtigen Schlössern, urigen Holzbrücken, Schaukäsereien, Alphornmachern, Themenwegen zum Spazierengehen und Wandern sowie idyllischen Bauernhöfen. Nationale Museen wie beispielsweise das Zither-Museum oder das Volkskultur-Museum bieten den Besuchern einen anschaulichen Blick in die Vergangenheit.

Sehenswürdigkeiten und Highlights
Das Tal ist berühmt für seine urigen Holzbogenbrücken, von denen es weltweit nur noch rund 1500 gibt. Allein 20 Baudenkmäler dieser Art sind hier zu finden.

Zu den schönsten Gemeinden zählt Burgdorf im Kanton Bern. Die gemütliche Altstadt mit den malerischen Gassen, Plätzen und Gebäuden lädt zu so manchen Entdeckungstouren ein. Hoch über der Gemeinde thront Schloss Burgdorf, in dem künftig eine Jugendherberge, ein Restaurant und ein Museum beherbergt werden sollen.

Ebenfalls hoch hinaus geht es auf dem Aussichtsturm Chuderhüsi rund 15 Kilometer nordöstlich von Thun. Um die Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe zu erreichen, müssen 195 Treppenstufen erklimmt werden.

Wer den Film „Die Herbstzeitlosen“ kennt, sollte einmal nach Trub fahren. Die kleine Gemeinde, die als Standort des ehemaligen Klosters Trub nicht unbedeutet ist, diente einst als Schauplatz für die Dreharbeiten.

Landleben und Handwerkskunst
Die Viehzucht spielt im Tal eine besonders große Rolle, da die Viehbestände die Grundlage für die Produktion des Käses bilden. Tradition haben aber auch die vielen Töpfereien: So ist beispielsweise die berühmte Langnauer Keramik auch heute noch in zahllosen Küchen zu finden. Urlauber decken sich in den Töpfereien gerne mit dem einen oder anderen Souvenir ein. Die Bauernhäuser im Tal wurden zum größten Teil in einer Bauweise errichtet. Riesige Walmdächer, die an den Seiten fast bis an den Boden reichen, sind für die Region ganz charakteristisch.

Massentourismus ist hier übrigens noch ein Fremdwort, stattdessen verläuft das Leben eher entspannt und ruhig. Zwar gibt es ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen, einige hübsche Bäder und viele gemütliche Landgasthöfe, trotzdem ist das Emmental vorwiegend für Tagesgäste interessant. Diese besuchen dann gerne die eine oder andere „Chilbi“, lebhafte Jahrmärkte mit einer teilweise jahrhundertealten Tradition.

Mehr Infos und ausflüge auf https://www.bls.ch/de/freizeit-und-ferien/ausfluege/heimatland/emmental

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